Rasche Hilfe!

Unser Zauberfreund Pierre Castell aus Köln bittet uns um folgenden Aufruf, den ich gerne unterstütze:

Liebe Zauberfreunde!

Draußen herrscht eisige Kälte.
Bitte bringt den Obdachlosen Kleidung!

Als hätten Obdachlose durch Corona nicht schon genug Probleme, kommt jetzt auch noch die klirrende Kälte hinzu. Deshalb möchte ich folgendes anregen:

Bitte nehmt einen Sack und packt Klamotten wie Pullover, dicke Socken, Jacken, Winterschuhe usw. hinein. Fast jeder von uns besitzt Kleidung, die er sowieso nicht mehr anziehen wird. Bitte bringt die Sachen noch heute zu den Ärmsten der Armen. Geht raus auf die Straßen und ihr werdet die Obdachlosen draußen finden. So kommt eure Hilfe direkt bei den Bedürftigen an!

Die Obdachlosen können sich aktuell kaum irgendwo aufwärmen und sind der Gefahr ausgesetzt, zu erfrieren. Das müssen wir verhindern!

Wenn ihr dann auch noch belegte Brote und Kaffee/Tee zum Verteilen mitnehmt, könnte dies für die Obdachlosen ein besserer Tag werden.

Als ich in frühen Jahren als Straßenkünstler unterwegs war (und auch bei 15 Grad minus draußen meine Darbietungen zeigte) bekam ich am Rande leider viel Elend von Obdachlosen mit. Während ich mit meinen Shows gut verdiente und mir immer ansprechende Hotels leisten konnte, sah ich, dass die Ärmsten der Armen bei eisiger Kälte draußen schlafen mussten.

An diese Bilder musste ich heute Morgen denken, als ich im Frühstücksfernsehen entsetzliche Szenen von Obdachlosen sah.

Wer glaubt, dass Obdachlose grundsätzlich selbst an ihrer Situation schuld sind, irrt gewaltig. Ich erinnere mich an einen Mann, den ich eines Tages auf der „Hohe Str.“ (einer bekannten Einkaufsmeile in Köln) betteln sah. Ich traute meinen Augen nicht: Es war ein ehemaliger Friseur von mir, bei dem ich damals noch ein Jahr zuvor in einem seiner Läden als Kunde verkehrte. Ich sprach den Mann an, und er schilderte mir seine traurige Entwicklung: Zuerst Krebs, dann wurde er von Mitarbeitern betrogen, sein Freund ließ ihn sitzen und zu guter Letzt wurde er vom Vermieter aufs Übelste hintergangen. Er hatte alles verloren und keine Kraft mehr, für sich zu kämpfen.

In einem anderen Fall erfuhr ich, dass jemand von seiner Frau rausgeschmissen wurde. Es handelte sich um „Helmut“, der in der Düsseldorfer Altstadt in hervorragender Art und Weise die „Dynamic Coins“ präsentierte und verkaufte. Ein fantastischer Entertainer. Es war ein Genuss, ihm zuzusehen. Als ich ihn länger nicht sah, erkundigte ich mich nach ihm. Man berichtete mir, dass er sich erschossen hatte, weil er keinerlei Perspektiven mehr für sich sah (die gesamte Geschichte hatte ich mal vor Jahren auf dem Blog „Solidmagic“ (von Alexander de Cova) erzählt.

JEDER kann unverschuldet in schlimme Lebenssituationen geraten. Aber egal ob selbst verschuldet oder unverschuldet: Obdachlose werden erfrieren, wenn wir, denen es besser geht, nicht sofort helfen.

Deshalb noch mal meine Bitte:
Bitte bringt den Obdachlosen Kleidung!

Pierre Castell



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