SchlussapplAUS – Festival der Träume

26 Jahre war das Festival der Träume aus Tirol und Innsbruck nicht wegzudenken. Weit über Österreich hinaus hat es sich einen Namen in der Kulturszene gemacht, Die besten Clowns, Spassmacher und Träumer  der Welt sind jährlich nach Innsbruck gepilgert, um dem Publikum ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
David Shiner, Rigolo, Natural Theatre Company, Gerrit, Egone, Bolero, Markus Zink, Bouffons, Otto Wessely, Gogol + Max, Paul Marocco, Zebra Stelzentheater, Los Excenticos, Pierre Ètaix, Husch-Ma-Housch, Peter Schub, Red Bastard, Theatr Licidei, Chris Lyman, Die Thuranos, Auto-Auto, Dimitri´s La Famiglia, Okidok2, Theatre de la Toupiene, Thomas Kubinek, Jigalov, Pep Bou, Rosie Ledet, Denis Mac Dao, Soulfoot, Heacha Seppn, Donikkl & die Weisswürschtl, Irrwisch, Duo Dinhann, Literarisches Varieté, Hubert von Goisern, Chapertons, Les franc glacons, Chapertons, Karl Heinz Helmschrot, Leo Bassi, Schilda, Brexit, Spymonkeys, Scott & Muriel, Lindemann, Kohl & Company  ……  u.v.a.

 

 

Ich hatte die Ehre und Freude beim Festival der Träume hautnah mehrfach dabei zu sein. Als Zauberer, Animateur und Besucher.

Entstanden ist das Festival 1991 durch die Kulturbegeisterung eine kleinen Gruppe von Bankangestellten der Hypo Bank Tirol rund um Herbert Waltl.
Am 13. Jänner begann es mit einem bunten Zug quer durch Tirol. Gedacht als einmalige Werbeaktion der Hypo für die Jugend. Gefüllt mit Spassmachern und einem lachenden Publikum, das die Idee aufnahm, wo das Lachen und Träumen im Vordergrund stand.

Es  war rasch klar, diese Idee musste weitergeführt werden. Die Aktion mit dem Eisenbahnzug wurde weitergesponnen. Von Landeck bis Kitzbühel ging es im darauffolgenden Jahr. Der Andrang konnte kaum durch über 60 freiwillige Hypobank Mitarbeiter in in den Griff bekommen werden, Da in den Bahnhöfen viele der Interessierten nicht mitkommen konnten, war klar, dass man das Konzept ändern musste. Die Grenzen des Machbaren waren erreicht.
Der eintägige Event wurde zu einem Festival ausgebaut, zu der Zielgruppe Jugend und Kinder kamen nun auch die Erwachsenen, die durch ein hochwertiges Kleinkunst Program  angesprochen wurden. Auf Innsbrucks Straßen, im Veranstaltungssaal der Hypo Innsbruck, im Zirkuszelt vor der Eishalle, im alten Stadtsaal bis hin zum Innsbrucker Kongresshaus, konnte man fortan die Narren aus aller Welt bewundern.
Aus einer Bankwerbeaktion wurde ein eigener Verein, der eigenständig die Verantwortung übernahm. Hypobank und Tiroler Versicherungen waren als Hauptsponsoren aber immer mit an Bord.

 

Das Festival war in seiner Programmauswahl  immer mutig. Künstler die aneckten, aus der Rolle fielen, die provozierten und manchmal eskalierten, waren ein neuer und mutiger Schritt in einer Tiroler Kulturwelt, wo Lederhose, Volksmusik und Schützen das Erbe Andreas Hofers hochhalten.

Es gab in der 26-jährigen Geschichte des Festivals Sternstunden, aber auch schwierige Zeiten. Dass aus dem Festival ein international künstlerisch anerkanntes Projekt wurde, verdankt es vor allem Herbert Waltl, der Seele des Festivals mit seinen Freunden. ER ist ein Vorwärtsdenker, der sich nicht zufrieden gab, sondern seine Träume zu unseren Träumen machte.
Das Aus 2016 war – wie wohl immer bei solchen Projekten – der Politik verschuldet, die das Konzept aus finanziellen Gründen beerdigte. Dass zur selben Zeit auch das renommierte und weit bekannte Sommertanzfestival in Innsbruck dem Rotstift zum Opfer viel, mag kein Zufall sein.  Kultur braucht Menschen die mutig sind. Auch in der Politik, wo Entscheidungen darüber fallen wohin öffentliche Gelder investiert werden. In Prestigeprojekte, traditionelle Heimatpflege oder ob man sich die Freiheit gibt, auch Alternatives und Innovatives zu fördern. In Zeiten wo Veranstaltungen mit großem Sicherheitsaufwendungen, Raumkosten und Werbekosten in einer solchen Qualität und Größe nur mehr mit öffentlicher Unterstützung durchzuführen sind, hat die Politik am Schluss das Sagen. Die Nachfolger der beliebten Bürgermeisterin von Innsbruck Hilde Zach konnten ihr Herz an der Veranstaltung – nach ihrem Tod – nicht mehr erwärmen.

Aber die Initiatoren rund um Herbert Waltl nehmen es gelassen. Anstatt durch faule Kompromisse die Seele des Festivals zu verkaufen, setzen sie einen Schlussstrich.

Schlussapplaus – die Veranstaltung:

 

Zur Veranstaltung Schlussapplaus sind Menschen geladen, die als Künstler, Sponsoren, Partner, freiwilligen Mitarbeiter das Festival zu dem gemacht haben, was es heute ist.
Ein liebevolles, fröhliches Fest, voller Überraschungen, ein wenig wehmütig aber vor allem sehr persönlich. Da es  mit dem 60-ten Geburtstag von Herbert Waltl zusammenfällt wird doppelt gefeiert.

Warum ich darüber hier in meinem Blog „Staunen“ darüber berichte?
Staunen, Illusionen und Lächeln war Bestandteil dieses Festivals.

Marlies-und-Herbert-Waltl-Festival-der-Traeume

Herbert und Marlies Waltl

Auf die Frage: „Warum faszinieren dich Clowns?“ meinte Herbert Waltl:
„Dass sie Dinge ansprechen, die man sonst nicht ansprechen darf. Und dass sie uns das Scheitern lehren. Clowns berühren uns, bringen uns zum Lachen und Weinen und zeigen uns, wie Nahe beides beieinander liegen.“

AUS
Schlussapplaus!

 



Kategorien:Info:

  1. Lieber Hanno,
    danke Dir für diese wohlwollenden, überschwänglichen, ehrenden und treffenden Zeilen – zum Festival der Träume an sich – und auch zum wunderschönen Schlussapplaus. Danke nochmals dafür und dass ihr beide dabei gewesen … beim FdT … und am Samstag… hab mich auch gefreut den Jürgen wieder zu sehen. .) Mit vielen Lachfalten garniert – seid gegrüsst. Der Herr Bert.

  2. Hier könnte man viele Worte schreiben, aber es begreifen eh nur diejenigen, welche das Wort „SCHADE“ wählen… Es gibt in Österreich noch derzeit eine tolle Musiktruppe die EAV, welche es auf den Punkt bringt
    …Die Menschheit, fährt sich selbst an die Wand…
    Mir bleibt nur noch das Wort – Danke…. schön dass es euch gibt

  3. David Shiner ist und bleibt für mich DER Clown ohne Worte. Viele andere wie z. B. Peter Shub versuchten ihn zu kopieren, aber David ist das Original, in dieser Art, Clown zu sein. Als David Shiner vor ca. 35 Jahren im Circus Roncalli auftrat, war diese Art von Comedy für Deutschland neu. Als er dann später Deutschland wieder verließ, schossen die Kopisten plötzlich in großer Anzahl auf den Markt, wovon dann nur wenige dauerhaft vom Publikum akzeptiert wurden. David wurde zeitweise 1:1 kopiert. Peter Shub ist einer von ihnen, der es dann mit den Jahren schaffte, sich (insbesondere in Deutschland) im schwierigen Galabereich einen Namen zu erarbeiten und ist auch heute noch gut im Geschäft! Aber an David Shiner kommt er nicht ran…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: