Joshua Jay – Das Mysterium der blauen Türe ….

Ich stehe mit Paul mitten in Chinatown in New York.
Der Taxifahrer schaut uns verständnislos an als wir in der Nähe sind. „Its a hotel or theatre?“ Wir wissen es nicht. In der Ankündigung stand etwas von einer blauen Türe vor der wir um 21:30 sein sollten, neben einer chinesischen Bushaltestelle. „It´s a friend“ murmele ich, was den Taxifahrer wohl beunruhigt ob ich wohl Geld eingesteckt habe.

Wir sind offenbar falsch, denn die Gegend sieht irgendwie schräg aus. Von Zaubershow keine Spur, aber eine kleine blaue Türe ist da in dieser irgendwie nicht sehr vertrauenswürdigen Gegend. Eine Türe die ich – unter normalen Umständen – niemals gegangen wäre. Aber da sind eine handvoll Leute die auf der Straße auf etwas warten,……

P1100677Und dann beginnt die wohl seltsamste Zaubervorstellung in meinem Leben.
Die Türe öffnet sich und ein junger Mann führt uns eine steile Treppe nach unten. In einem kleinen Raum, der mit Bilder und alten Möbel möbliert ist, stehen wir und werden instruiert. Wir sind 18 Leute. Bunt gemischt, aber alle mit einem unsicheren Gesichtsausdruck was wohl kommen wird.
Man fühlt sich hineingezogen in eine unbekannte Reise in ein unsicheres Land. Ein junges Mädchen mit asiatischen Wurzeln  ist offenbar die Hausdame. Sie wird unterstützt von zwei jungen Männer. Alle in schwarz gekleidet.
Jedem wird ein roter Faden um den Zeigefinger gebunden und man erhält ein großes graues Tuch in das 2 Löcher geschnitten sind. Man muss es sich über den Kopf stülpen und so sieht man 18 Geister kukukslanmäßig in dieser seltsamen Instalation stehen. Durch ein Labyrinth geht es durch enge Gänge, die mit Bildern dekoriert sind, die aber erst am Ende Sinn ergeben werden. Wohin geht die Reise?
Schließlich kommt man in einen weißen Raum an dessen Wände mit schwarzen Graffiti abstrakte Figuren an die Wand gemalt sind. Man bewegt sich im halbdunkeln des Raumes, Niemand weiß mehr wer wer ist. Wo ist Paul? ich sehe nur weiße mit einem Tuch verhüllte Gestalten.

STOPP

Aber halt, ich möchte nicht über die nächsten 70 Minuten erzählen. Denn jeder, der die Möglichkeit hat im Juni, Juli und dann wieder im Oktober diese unglaubliche Show zu sehen, sollte diese Überraschung selbst erleben. Denn jeder wird sich an diese Show anders erinnern, würde anders darüber erzählen. Es ist eine Reise voller Überraschungen.

impossDass Joshua Jay ein toller Zauberkünstler ist, wissen wir. Und der Abend ist voller ungewöhnlicher und hochklassischer Zauberkunst. Hier aber steht eine Installation eines Kellerlabyrints im Mittelpunkt. Die kleine Gruppe von Menschen erlebt Zauberei hautnah, wechselt in unterschiedlich gestaltete Räume.
So z.B. eine exakte Darstellung einer alten Küche, dem Ort in dem Joshua als Kind saß und seiner Mutter beim Kochen zusah und dabei Zaubertricks übte.

Der Geruch, die seltsamen Räume, erinnert ein wenig an einen Hitchcock Film in dem man nie weiß, welche Wendung er als nächstes nimmt.
Es werden alle Sinne angesprochen, Zauberkunst im absolut Dunkeln, Zauberkunst des Geschmacksinns, des Geruchsinns, …….
Nach dem Finale geht man noch in einen Raum und Joshua stellt seine Mitarbeiter vor. Mit ihm sind es 5 Personen die den Abend diesmal begleitet haben.
Während man etwas trinkt um ein letztes geschmackliches Wunder zu erleben, wird jeder Gast, jedes Paar einzeln in eine neue Welt geführt. Ein geheimer Raum in dem man sitzt und mit Joshua spricht und er das letzte „Impossible Thing“ nur für den Gast allein präsentiert. Und man erhält ein Geschenk von Joshua, ein schön gestaltetes Buch, das die Geschichte dieses Abends erzählt. Ein Abend mit „six impossible things“ ist zu ende
Paul und ich schauen uns an. Wir steigen die engen Stufen wieder hinauf stehen um Mitternacht auf dieser bedrückenden Straße die unheimlich ist und uns wieder auf den Boden der Realität bringt.
Ich bin froh, Busan mit New York getauscht zu haben um echte Zauberkunst zu erleben. Kein Wettkampf der zu einer Insider Parallelwelt führt, wo Gimmicks und Geheimnisse wichtiger ind als Präsentationen, Kreativität und Emotionen. Eine Kunst die man sich nicht auf einer Homepage zusammenkaufen kann.

jos2An zwei Abenden habe ich Unglaubliches erlebt. Die Präzision und das Showmanship von Steve Cohen dem Meister der Salonmagie in einem der schönsten Räume New Yorks und an diesem Abend Joshua Jay mit einem unglaublichen Projekt in einem „Keller der Wunder“ inmitten von Chinatown.
Zwei Shows so unterschiedlich sie nur sein können, aber sie zeigen, dass die wahre Zauberkunst mehr ist als das reproduzieren von Tricks. Wir haben zwei Künstler erlebt, die Risiken eingehen, die Konzepte und eigene Träume realisieren.
Steve Cohen bringt es auf den Punkt wenn er sagt, dass Zauberkunst mit Musik vergleichbar ist. Es gibt die Künstler die eigene Kompositionen, Variationen und musikalische Varianten realisieren. Und es gibt Coverband die teilweise virtuose fremde Ideen präsentieren. Beides hat seine Berechtigung,

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Joshua hat mit Künstler, die außerhalb der Zauberkunst kommen diese Installation kreiert. Über 3 Monate wurde an der Gestaltung des Kellers gearbeitet. Kein geringerer wie Luke Jermay hat die Regie geführt. Serge Bloch, der auf der Titelseite der NY Times oder bei Vogue präsentiert wurde war Art Director des Projekts. Die beiden Architektinnen Jea Lee und Yvonne Chan, die ein eigenes Design Studio betreiben waren für die Installation verantwortlich und auch an dem Abend anwesend. Der Comedian Eli Bosnick, der für MTV Projekte gemacht hat, ist Kreativ Director.
Ein innovatives Team, das hier etwas Wundervolles gestaltet hat. Ein Projekt der Leidenschaft. Damit kann man wohl nicht reich werden.  Der Aufwand für die kleine Gruppe ist enorm. Joshua spielt Fr – So. In der Zwischenzeit hat er auch Termine an Werktagen eingeschoben, da das Interesse so groß ist, die Kritiken überschwänglich.
Die Tickets kosten zwischen 100 und 130 Dollar, Man kann die Show nur einmal besuchen. Denn diese Reise darf man nur einmal machen, sonst ergibt es wenig Sinn.

Joshua Jay hat damit wohl einen Lebenstraum erfüllt. „Ich musste es einfach machen, ich wollte dem Zuschauer ein außergewöhnliches Erlebnis schenken“

Das ist ihm gelungen.

Jay spielt die show noch im Juni uns Juli, dann wieder im Oktober.
Informationen findet ihr hier:
https://siximpossiblethingsshow.com/show.html#about

Fotografieren ist nicht möglich. Deshalb hier ein Trailer der zeigt wohin die Reise geht.
https://www.youtube.com/watch?v=6RgZbhHhrMw

 



Kategorien:Info:, USA Reise 2018, Zauberszene USA 2018

  1. Spannung und Neugierde gepaart oder Zauberkunst pur, so wünscht man es sich…. langsam werde ich neidisch… Quatsch es ist kein Neid, nein wirklich ich freue mich mit dir für diese unvergesslichen zauberischen Momente, die du erleben kannst…. habt noch viele tolle Erlebnisse …..

    • Hallo Peter, man hat nicht immer die Möglichkeit so eine tolle Reise zu machen, solche Dinge zu erleben. Solche Reisen sind aber auch nur möglich, wenn man Erlebnisse mit anderen teilen kann. Woher soll man sonst wissen, was sehenswert ist? Das ist auch meine Motivation diesen Blog Staunen zu schreiben und solche Erlebnisse zu teilen.

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