Los Angeles – zauberhaft

Die USA Reise geht weiter….

Los Angeles ist die zweitgrößte Stadt der USA und zählt ca. 3,8 Mio Einwohner. Mit der näheren Umgebung ist sie aber als „Greater Los Angeles“ mit vielen Orten zusammengewachsen und zählt über 12 Mio Menschen. Der Verkehr ist unglaublich. Man fährt auf teilweise 8 spurigen Autobahnen – je nach Verkehr – im Schritttempo. So  braucht man von Hollywood nach Santa Monica zwischen 20 Minuten bis zu 2 Stunden. Das ist nichts für schwache Nerven!
Wenn man sich Zeit nimmt, entwickelt die Gegend allerdings auch seinen ganz speziellen Reiz. Hauptgrund für mich nach LA zu kommen ist die Zauberkunst.

MagicCastle01Zu Besuch im Magic Castle
Der weltbekannte Privatclub Academy of Magic Art hat hier im Magic Castle seinen Sitz. Der erste Abend beginnt hier. Wenn man hier kein Mitglied ist, benötigt man eine Einladung eines Mitglieds. Gut dass man Freunde hat. Martin Lewis hat mir eine Einladung besorgt, Susanne seine Frau ist ja ständige Autorin mit einer Kolumne im Aladin.
Das Magic Castle ist ein nach außen eher klein wirkendes Gebäude, das aber erst im verwinkelten Inneren seine wahre Größe entfaltet. Es enthält 5 Theater in allen Größen (30 – 150 Personen), Eine Bar mit Zuschauerreihen für Barzauberei zahlreiche normale Bars, ein Restaurant, Bibliothek, Seance Raum, das Klavierzimmer wo die unsichtbare Irma die Wünsche des Publikums erfüllt u.v.m.

Man macht ständig Entdeckungen, wird immer wieder überrascht. Es herrscht absolutes Fotografierverbot da man hier auch viele Stars trifft, die sich selbst bezaubern lassen aber ihre Privatsphäre haben möchten. Es ist vollkommen unmöglich alles an einem Abend zu erleben, denn die Programme in den Theatern wechseln.
Einen exklusiven Einblick in das Castle, seine Geschichte und persönliche Erlebnisse dieses Abend werden ALADIN Leser in den nächsten Monaten – so wie viele andere USA Eindrücke, Interviews, Berichte, Reviews  und Tipps – in unserer Fachzeitung finden.

DSC_8096Santa Monicas Zaubertheater – Steve Spill
Steve Spill ist Kennern der Zauberkunst schon in vielen Rollen begegnet. Close-up Spezialist, Comedy Performer, Barzauberer in Aspen Colorado, Kreator von Zaubereffekten, die er über Bob Kohler vermarktet. Seit 20 Jahren hat er sich aber im Nobelort Santa Monica sesshaft gemacht und betreibt dort ein Zaubertheater Magicopolos.
Als ich per GPS nach 2 stündiger Fahrt durch stockenden Verkehr die 20 km lange Strecke vom Hotel entnervt schaffe, bin ich überrascht. Das Theater liegt direkt im Herzen von Santa Monica. Ich erwarte ein kleines Kellertheater und erlebe die zweite Überraschung. Es ist ein großes Theater mit großer Bühne und ansteigenden Sitzreihen. Perfekt für eine Zaubershow. Kein Wunder, den Steve hat sie dafür auch gebaut. Es ist ein Komplex aus Bar, Zaubershop, Foyer, Party und Eventraum, großzügigem Backstagebereich, einem VIP Raum für viele prominente Besucher und Filmstars die alle schon einmal dort waren.
Die Wall of Fame trägt Namen die wir alle aus zahlreichen Filmen kennen. Das Theater selbst ist oft Drehort für Filme. Im neuesten Film von Adam Sandler, der gerade in den USA anläuft wurde, wurden Szenen hier gedreht. Sandler ist selbst begeisterter Besucher hier, genauso wie Ikonen wie Meg Ryan , Tom Hanks und viele andere. Nicht geringere wie Penn and Teller haben dieses Theater vor 20 Jahren eröffnet.
Und die Show ist beeindruckend. Sie ist durchinszeniert, eine Mischung aus Comedy, Drama, Close up und Großillusion. Steve Spill wirkt locker und routiniert, dahinter verbirgt sich aber Perfektionismus. IN der Show ist seine Frau fixer Bestandteil. Nicht als Assistentin sondern als tragender Teil in unterschiedlichen Rollen. Die selbst erfolgreiche Schauspielerin ist an diesem Abend nicht hier, da sie in New York engagiert ist. Sie wird aber meisterhaft ersetzt durch eine Schauspielkollegin Bitsy la Bourbon. Dass sie in dieser Rolle das erste Mal auf der Bühne steht und selbst zaubert merkt man nicht. Das wirft die interessante Frage auf, ob vielleicht das Schauspielhandwerk wichtiger ist als das Wissen über Zauberkunst. Hier spielt jedenfalls eine Schauspielerin perfekt die Rolle einer Zauberin.
Ich habe anschließend die Möglichkeiten mich mit ihr über Ihre Erfahrungen des Projekts zu unterhalten, die Situation von Schauspielern in LA und ihre weiteren Projekte.
Dann sitze ich mit Steve bis 2 Uhr nachts im Theater, wir machen Fotos für den Aladin, ein Interview und die Zeit vergeht wie im Flug. Dass ich für den Rückweg ins Hotel nur noch 20 Minuten brauche ist wunderbar. Wer in LA ist sollte sich dieses Theater und die Show nicht entgehen lassen.

Diese Stadt besteht nicht nur aus dem Magic Castle, sondern bietet viel mehr. Aber das ist einen andere Geschichte….

DSC_8159Der Mann der Copperfield fliegen ließ
John Gaughan

Wenn es einen Illusionsbauer gibt, der sich über viele Jahre einen legendären Ruf aufgebaut hat, dann ist es John Gaughan. Er hat unzählige Requisiten und Effekte für Siegfried & Roy, Lance Burton, Copperfield u.v.m. gebaut. Sein Meisterstück ist ohne Zweifel sein Schwebesystem, mit dessen Hilfe Copperfield sein wunderbares Flying entwickelte mit dem er das Publikum verzauberte. Wer es je live gesehen hat, weiß was ich meine.

Daneben hat er für Showgrößen wie Michael Jackson, Madonna und andere Showgrößen Spezialeffekte entwickelt um ihre Bühnenshows zu bereichern.
John Gaughan ist aber auch ein Sammler und Restaurator für alte antike und historische Zauberapparate.

Eine Einladung, seine Werkstatt zu besuchen in der diese Wunder entstehen ist ein Privileg und ein Erlebnis, das wohl zu den größten Erlebnissen meines bisherigen Zauberlebens gehört.
Das von außen unscheinbare Gebäude in dem die Stars, Filmleute und Kunden aus der ganzen Welt kommen liegt versteckt in einem der Vororte von LA. Dass zwei Houdini Water Cell Tanks Parkplatz dahinrosten, lässt ahnen, dass es sich um ein besonderes Gebäude handeln muss.
Drei Stunden sind wir Gäste von John, der uns Illusionen und Projekte zeigt, an denen er und sein Team gerade arbeiten. Wir lassen so nebenbei ein Piano schweben, für das er gerade ein Service macht, da es 4 Jahre mit einer Show auf Welttour war, bestaunen alte Kirchturmuhrwerke die er für eine große Ausstellung für ein Museum wieder zum Laufen bringt und sehen seltsame Requisiten, die auf die Verschiffung nach Asien warten, wo viele Kunden von John herkommen.

Dann öffnet er die Türe in sein Privatmuseum, das eine Wunderwelt eröffnet. Historische Apparate, Zauberautomaten, Requisiten die man nur von alten Plakaten kennt. Hier stehen sie alle, verborgen von der Umwelt im Reich von John. Hier sitzt er, wenn er über neue Effekte nachdenkt. Beim Mittagessen erzählt er uns wundervolle Erlebnisse aus seiner beruflichen Laufbahn. Ein sympathischer bescheidener Herr, der uns wie alte Freunde empfängt und uns drei Stunden seiner Zeit an einem Ostersamstag schenkt. Auch darüber wie auch über den folgenden Besuch werden Aladin Leser bald mehr erfahren.

DSC_8283Im Reich von Mike Caveney & Tina Lennert
Wer kennt nicht dieses Powerteam der Zauberkunst?
Mike Caveney, Zauberer, Moderator, Veranstalter, Berater, Sammler, Autor, Verleger und Tina seine bezaubernde Frau, die Kenner der Zauberkunst weltweit mit ihrem phantastischen Act (Bezauberde Putzfrau) begeistert hat.
Dass mich Mike spontan in sein Privathaus einlädt als er hört, dass ich in LA bin ist eine Überraschung. Persönlich haben wir uns über unsere Fachzeitschrift ALADIN kennengelernt, die er als Verleger und Fachmann schätzt. Besonders unsere spezielle 3D Ausgabe hat ihn sehr beeindruckt.
Nun fahren wir also durch Pasadena, einem Vorort von LA der seinen eigenen Reiz hat. Wunderschöne Häuser säumen die verträumte Straße. Dann vor uns auf einem Hügel gelegen, ein dunkles Holzhaus aus der Jahrhundertwende. Kann hier ein Zauberer wohnen? Wer die Preise hier in LA kennt ist erstaunt. Doch Mike und Tina haben sich dieses wunderbare Heim regelrecht „erzaubert“.
Eine wundervolle Story darüber kann man übrigens im Zauberjournal von Stan Allen (MAGIC Magazine) nachlesen.

Mike zeigt sein „Zauberheim“ dass seine beeindruckende Sammlung, deren Herzstück phantastische Zauberposter sind und erzählt uns Geschichten, die sich hinter den verschiedenen Objekten verbergen. Wir sitzen in seiner Bibliothek und versinken in eine Zauberwelt. Mike arbeitet auch als Autor und Herausgeber von vielen Büchern, deren Herzstück wohl das riesige Buch „Magic“ ist, das im Taschen Verlag entstanden ist. Viele der Abbildungen stammen darin stammen aus seiner Sammlung. Als Mike hört, dass unsere nächste Station Las Vegas ist, greift er rasch mal zum Hörer und ruft David Copperfield an um etwas für uns dort zu arrangieren. Kennt ihr das Gefühl, wenn man glaubt zu träumen und jederzeit aufwacht? So sitze ich da und lausche wie Mike mal so eben einen Kumpel anruft.

Aber was ich in Vegas erleben werden erfahrt ihr demnächst hier…….



Kategorien:Info:, Orte, Portrait

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3 replies

  1. Das gibt´doch nicht!

    Otto Wessely, danke, danke, danke!

    Da schau ich nach langer Zeit wieder auf seiner Homepage vorbei und sehe das Unglaubliche:
    Sein komplettes Buch (dessen Kauf ich immer wieder aufschob und – als ich es endlich kaufen wollte – dann leider vergriffen war) ist jetzt ungekürzt per PDF-Datei für jedermann auf seiner Homepage zu lesen.

    Ein sensationell tolles gutes und einzigartiges ganz ausgefallenes Buch, das von jemanden geschrieben wurde, der WIRKLICH was zu erzählen hat.

    Wie würden junge Menschen sagen? DER HAMMER!

  2. Bravo ! Jaja, im Magic Castle war ich 1983 engagiert, Irene war noch da, auch Dai vernon. Und 1982 beging ich den grössten Fehler meines Lebens : John Gaughan hat mich zu sich in seine Werkstatt eingeladen, ich hatte aber schon Disney-land vor und habe ihm abgesagt. Wie blöd man doch sein kann. Dafür gehöre ich gekreuzigt. Und in die Hölle ! Mea culpa !

  3. Hammer!
    Spannend, diese informative Reisegeschichte zum Ostermontag. Das ist ein artgerechtes Ei, was Du uns Aladin-Lesern ins Nest legst – gerade passend zum Schietwetter hier in der Alten Welt, da hat man Zeit zum Lesen.
    Aber ich bin schon ein wenig in Sorge: Du wirst doch nicht mit dem Gedanken liebäugeln, jetzt auch noch Reiseschriftsteller zu werden?!? Denk immer dran: Der Aladin braucht Dich, das kann niemand anderes so gut wie Du! (Deswegen wiederum sei Dir die tolle Reise natürlich gegönnt!)
    Frohes Nest, äh, Fest!

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