Flying – David Copperfield

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Als David Copperfield 1992 diese Illusion vorführte war es eine Sensation. Basierend auf einer Idee von John Gaughan eine perfekte Illusion, die vor allem Live sehr beeindruckend war.
Ich habe diese Illusion 5 mal live gesehen und war jedes Mal verzaubert.

https://www.youtube.com/watch?v=70U2yybKhKg&feature=player_embedded

 



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11 replies

  1. Oh ja, ich wollte mit meinem Kommentar die Leistung des “Wintergartens” im Phantasialand in keiner Weise schmälern.“ Keine Sorge, Herr Dr. de Haas, so hatte ich das auch nicht verstanden;-)

    Wenn ich mich nicht irre, war Manuela Löffelhardt früher professionelle Tänzerin und wirkte als solche vor über 20 Jahren in der Show von Lee Pee Ville mit.

    “Arachnomé“ gefiel mir als Illusionsshow absolut nicht. Bin auch der Meinung, dass dies keine Illusionsshow war, da der Schwerpunkt auf Artistik lag. Der italienische Artist, der die Show präsentierte, war ein hervorragender Akrobat (man denke an seine Handstandnummer), aber als Illusionist aus meiner Sicht völlig ungeeignet.

    Ich mag sowieso lieber ein Nummernprogramm, in dem jeder einzelne Artist mit seiner Persönlichkeit glänzen kann. Die heutigen Themenshows sind groß und beeindruckend, aber die einzelnen Mitwirkenden sind alle leicht austauschbar. Der Circus „Cirque du Soleil“ z. B. engagiert Nachwuchsartisten für kleinste Gagen, aber diese technisch gesehen teils tolle Akrobaten sind alle über Nacht auswechselbar. Weil sie noch keine Ausstrahlung und keine Persönlichkeit besitzen.

    Insgesamt gesehen beeindrucken solche Shows das Publikum, was wohl auch dem Trend der Zeit entspricht. Größer, höher, weiter – aber das Showmanship bleibt dabei auf der Strecke. Meiner Meinung nach ist es aber gerade genau das, was eine Starnummer ausmacht: Die Ausstrahlung des Artisten/Illusionisten. Man siehe die Akrobatennummern aus Russland und der Ukraine. Auch hier technisch gesehen oft Weltklasse, aber der Funke springt nicht über. Null Ausstrahlung, eisern und kalt präsentiert. Solche Artisten werden nie in die Gagen-Oberklasse steigen.

    Leider gibt es im Wintergarten-Varieté des Freizeitparks Phantasialand seit vielen Jahren nur noch diese Themenshows. Es wäre toll, wenn im Wintergarten mal wieder Top-Nummern-Programme gezeigt würden. So, wie es von 1974 bis Anfang der ´80-er-Jahre war. Die heutigen Themenshows, wie sie mittlerweile fast überall nur noch gezeigt werden, gefallen mir persönlich nicht mehr.

    Ich würde mir wünschen, dass es mehr gemischte Nummernprogramme gäbe, in denen Acts gezeigt werden, bei denen EINE PERSON auf der Bühne oder in der Manege steht und mit seiner Persönlichkeit einen Saal oder eine Manege mit 1.5000 Zuschauern fesselt und begeistert (oder ein Duo, meinetwegen auch ein Trio). Aber 7, 10 oder gar 15 Personen gleichzeitig auf der Bühne, nee, das ist nichts für mich. Für mich zu maschinell.

  2. „…war ich sehr enttäuscht von dem, was Lee Pee Ville daraus gemacht hatte!“
    (Dr. Volker de Maas)

    So ging es mir bei allen Effekten, die Lee Pee Ville zeigte. Seine persönliche Präsentation war freudnlich und charmant, mehr aber nicht. Dennoch war die Show „Welcome Las Vegas“ aufgrund der tollen Choreografie, dem sehr guten Ballett und den beeindruckenden Effekten viele Jahre sehr erfolgreich.

    Der größte Teil des Publikums hatte damals aber auch kaum Vergleichsmöglichkeiten, denn das Phantasialand war in Deutschland (in meinen Augen sogar in Europa) der erste Freizeitpark, der Illusionsshows-Shows mit diesem Kaliber aufführte. Andere Parks versuchten damals nachzuziehen, mehr oder weniger mit mäßigem Erfolg.

    Wie mir Richard Schmidt (der Gründer und ehemalige Besitzer vom Phantasialand) erzählte, war für die Show „Welcome Las Vegas“ eigentlich Richiardi jr. vorgesehen. Da Richiardi jr. unerwartet verstarb, musste für diese Show ein anderer Illusionist gefunden werden.

    • Oh ja, ich wollte mit meinem Kommentar die Leistung des „Wintergartens“ im Phantasialand in keiner Weise schmälern. 2004 hatten sie zum Beispiel „Arachnomé“ insziniert. Eine wunderschöne stimmige Illusionsshow. Ich hatte damals Manuela Löffelhart, die Schwiegertochter des Gründers, für einen Artikel in dem Magazin „Zauberstab“ interviewed, die für die Inszinierung verantwortlich war. Sie war einmal Assistentin bei Marvelli und ist durch und durch zauberbegeistert. Was sie dort auf die Beine gestellt hat war und ist für so einen Park absolute Spitzenklasse.
      Ich denke, es war einfach ein Fehler, ausgerechnet „Flying“ von Lee Pee Ville aufführen zu lassen. Die Inszinierung dieser Illusion zu toppen ist wohl nicht möglich und an sie heranzukommen ist sehr schwer. Ich habe mir nach vielen Jahren eben grade noch mal das Video vom Link oben angesehen und hatte Tränen in den Augen, so sehr hat mich der Moment berührt, wenn Copperfield abhebt und die Schwerkraft überwindet.Und ich denke, das ist primär so, weil er die Illusion in einen Kontext setzt, die tiefe emotionale Bedeutung für die meisten Menschen hat. Ich wünschte, mir würde das wenigstens bei einem meiner Nummern so perfekt gelingen, wie bei ihm in „Flying“.

  3. Ich habe im Phantasialand Lee Pee Ville mit einer 1:1 Kopie der Vorführung Copperfields gesehen, nur ohne die emotionale Geschichte dahinter. Außerdem flog nicht Lee Pee Ville, sondern sein Ballett-Tänzer. Da ich vorher bei Copperfield die Illusion live miterleben konnte, war ich sehr enttäuscht von dem, was Lee Pee Ville daraus gemacht hatte. Zwar gab es das „Glas-Aquarium“ und die rotierenden Ringe, auch flog sein Tänzer mutig in großer Höhe quer über die Bühne, aber ein Funke konnte da einfach nicht überspringen. Denn es wurde nur eine „Fähigkeit zu fliegen“ präsentiert, keine Geschichte wie bei Copperfield. Es fehlte einfach die emotionale Bedeutung des Aktes, nämlich dass dort vorne auf der Bühne endlich einer den Traum lebt, den wir alle irgendwann einmal gehabt haben: Die Arme ausbreiten und fliegen wie ein Vogel. Das war bei Copperfield wahre Magie! Ich danke David Copperfield für sein Beispiel wahrer Zauberkunst, die Menschen verzaubert und nicht nur ein Puzzle ist, welches den verstand anspricht.

  4. Wie mir heute Abend ein Profi-Kollege in einem Telefonat berichtete, soll die Schwebenummer im „Phantasialand“ angeblich auch schon von dem dänischen Illusionisten Lee Pee Ville präsentiert worden sein (ein Jahr bevor sie Jean Lemondo dort vorführte).

  5. Korrektur:

    Wenn man diese Illusion nicht meistern kann, sollte man sie nicht vorführen.
    Da ich den erwähnten Kollegen nicht damit gesehen habe, möchte ich hier aber nicht weiter darauf eingehen. Nur eines ist klar: Die Illusionsshows im Phantasialand sind – aus meiner Sicht – in Deutschland die besten.

    1975 gastierte im Phantasialand übrigens einer der besten Illusionisten der Welt:
    Richiardi jr.

    Für mich ein unvergessliches Erlebnis, ihn live gesehen zu haben!

  6. Es ist eine verdammt schwierige Illusion wenn man sie gut meistern möchte. Habe bei einer Anprobe bei einem Klienten von John Gaughan das Prinzip einmal gesehen und habe die größte Hochachtung vor Künstler wie Copperfield, die das regelmäßig in ihren Shows gezeigt haben. Das ist Körperbeherrschung pur.

    • Ich habe Copperfield mehrmals gesehen, und fand vorallem die Copperfield Schwebe schon immer faszinierend und als die schönste. Er ist und bleibt ein Meister der Geschichtenerzählenden Vorführung. Ich habe in den letzten Jahren viele große Illusionisten erleben dürfen und durfte bei vielen auch Backstage hinter die Bühne. Dort sah ich persönlich welche große Leistung und Aufmachung hinter solch derartigen Illusionen stecken. So kam auch folgende Anekdote zustande: Bei einem persönlichen Gespräche mit Copperfield, bemerkte ich das er scheinbar unter ziemlich starken Rückenschmerzen litt. Später erfuhr ich das Copperfield seit Jahren am Rücken erkrankt ist und probleme hat. Trotz bereits damaliger akuter Schmerzen, präsentierte er dieses Schwebe Illusion. Da man bei dieser Illusion sehr stark mit dem Rücken und Gleichgewicht etc. arbeiten muss habe ich seit damals große Hochachtung vor David. Leider wurde dieses Gaughan Illusion von seinem Erfinder an viele Magier weltweit verkauft, dass machte die Illusion schließlich kaputt, da es viele Illusionisten nicht verstanden haben, eine emotionale Geschichte daraus zu machen. Dies ist eingentlich, meiner Meinung nach, das wirklich Geheimnis des Erfolgs dieser Illusion!!! Danke David für dieses Erlebnis…

  7. Im Hansa Park – vor etwas mehr als 10 Jahren – war die Illusion auch zusehen und zwar von Erix Logan! Das war aber eher eine „Hanging“, als eine „Flying“

  8. Ich bin mit John Gaughan befreundet und habe ihn heuer in Cincinatti getroffen. Er hat das Patent und hat die Illusion auch anderen Leuten weiterverkauft. Das hat zum Bruch zwischen Copperfield und ihm geführt.
    Jean Lemondo habe ich auch in Phantasialand gesehen. Es fehlte zwar der emotionale Aufbau der Copperfield Show, aber technisch war die Illusion perfekt. Ich bin in der ersten Reihe gesessen und er ist ca. 5 m vor mir geschwebt. Die Illusion war perfekt, obwohl ich wusste worauf ich zu achten habe.

  9. Kurze Zeit später konnte man diese Schwebedarbietung auch im deutschen Freizeitpark „Phantasialand“ bewundern. Auf der Bühne des dortigen Varietés „Wintergarten“ präsentierte Jean Lemondo in seiner Show „Fata Morgana“ für längere Zeit ebenfalls diese Schwebeillusion und erzielte damit große Erfolge beim Publikum.

    Als ich Jahre später für die deutsche Zeitschrift „Magische Welt“ (September-Ausgabe 1997) den Inhaber und Gründer des Freizeitparks, Richard Schmidt, interviewte und auf diese Illusion ansprach, erwähnte er, „dass das Phantasialand damit zur gleichen Zeit wie David Copperfield rausgekommen ist, allerdings mit einem anderem System.“

    Wie auch immer – eine wunderschöne Darbietung, die David Copperfield weltweit populär machte…

    Ein Interview mit Jean Lemondo ist übrigens in der Juni-Ausgabe von 1995 der MW zu finden.

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