Die magischen Chinaabenteuer des Jürgen Peter (Teil 2)

Sonntag:

Immer noch Jetlag. Am morgen um 04:30 habe ich einen Telefonanruf von meinem mexikanischen Zauberkollegen Ja-Ramay auf meinem Hotelzimmer erhalten. Da auch er und seine Frau nicht schlafen konnten haben wir drei uns gegen halb Sechs zu einem Spaziergang mit anschliessendem westlichen Frühstück beim „Amerikaner unseres Vertrauens“ getroffen. Was für ein Abenteuer! Ab 06:00 sind schon sehr viele Menschen in Shenzen unterwegs und machen auf den Radwegen, in den Parks und Grünzonen ihre Morgengymnastik und Fitnessübungen. Taji ist allgegenwärtig. Es sind auch erstaunlicherweise sehr viele Menschen mit Hunden unterwegs.

IMG_3421Noch vor dem Frühstück habe ich die ersten Menschen mit einer spontanen Streetmagic Einlage verzaubert. Offensichtlich kennt Zauberei keine Sprachbarrieren. Die meisten Menschen hier sprechen kantonesisch und einige wenige Mandarin. Obwohl sie kein Wort englisch verstehen, haben wir keine Sprachprobleme. Am Anfang waren sie etwas scheu und haben sich nicht so recht an uns heran getraut, aber nach dem ersten Trick hat die Neugier gesiegt und wir „Langnasen“ waren mitten drin. Die Dankbarkeit dieser Menschen, die wir hier für einen kurzen Augenblick aus ihrem täglichen Trott holen konnten, ist für mich nicht zu beschreiben. Eine tolle Erfahrung die ich jedem Wünsche.

Nach dem Frühstück ging es in den Vergnügungspark Happy Valley wo wir uns zu einer Probe für die Pressekonferenz einzufinden hatten.
Viele fleissige Hände haben in der Nachtschicht ein kleines Festzelt, inklusive Showbühne und Special Effects für ca.150 bis 200 Personen (Medienvertreter, Künstler, Organisationsteam etc.) für die Pressekonferenz aufgebaut. Wenn hier was gemacht wird, wird es ordentlich gemacht. Das Zelt ist nicht nur eine billige Plastiküberdachung, sondern ein richtiges Festzelt mit Innenhimmel, Teppiche, alle Tische mit seidenen Tischtüchern versehen, alle Sessel mit Hussen bedeckt, Catering für die Teilnehmer und aufwendigem Blumenschmuck als Dekoration.

Am Nachmittag gab es einen wirklich professionellst organisierten Presse Empfang für die Medienvertreter. Die Öffentlichkeit wurde mit Absperrbänder und Securitys auf Distanz gehalten, war aber trotzdem sehr interessiert am Geschehen vor Ort, da einerseits dieser VIP Event direkt vor dem Parkeingang inszeniert wurde und andererseits die PR Maschinerie seit Tagen perfekt läuft. Die U-Bahnen sind mit Plakaten zugepflastert und auf riesigen Outdoor Tageslicht tauglichen LED Screens laufen über 24 Stunden extra für die Veranstaltung hergestellte Werbetrailer.

IMG_3419Nach der offiziellen Begrüßung vom Organisationsteam des 15. Magic Festival wurde über die Geschichte dieser Veranstaltung erzählt und professionell aufgearbeitete Medieninformationen mit einem hochwertigen Jubiläumskatalog überreicht. Darin sind die Plakate mit den Highlights der letzten Jahre abgebildet. Man hat hier grosses Interesse an Illusionisten und internationalen Acts. Eine Liste der bereits aufgetretenen Künstler liest sich wie das „Who is Who“ in Magic. Es waren schon Jonny Lonn (Schweden), Victor Voitko (Ukraine), Pierre Brahma (Frankreich), Gallup (USA), The Pendragons (USA), Jorgos (Griechenland), Tommy Wonder (Niederlande), Tina Lennert (USA), Aldo Colombini (Italien) Julius Frack (Deutschland), Jeff MacBride (USA), Peter Marvey (Schweiz) Topas (Deutschland) und natürlich unzählige Acts aus den asiatischen Ländern wie Hongkong, Malaysia, Indonesien und natürlich China bei diesem Festival als Künstler engagiert. Nach diesem Rückblick zeigte jeder der neunzehn Künstler ein kurzes Kunststück für die anwesenden Reporter und Fernsehteams.

Den Nachmittag hatten wir mehr oder weniger zur freien Verfügung und ich habe mich mit Michael Wong aus Jakarta und mit Tom Thomson aus der Schweiz im Entertainmentpark mal umgesehen. Neben den im letzten Bericht bereits erwähnten Magicshops (3 Stück) gibt es Shops mit Holz Puzzles und Knobelspiele, zahlreiche Souvenierläden und einige zum jeweiligen Thema (Wild West, Mayas etc. ) des Parkbereichs dazu passenden Shops. Es gibt wirklich total durchgeknallte „Rides“, Attraktionen und Wasserfahrten. Bei diesen Wasserfahrten bleibt garantiert keiner trocken. Und damit meine ich nicht dass die Parkbesucher nur ein paar kleine Wasserspritzer abbekommen. Weit gefehlt – nach so einer spektakulären Fahrt, gibt es garantiert keinen trockenen Fleck mehr am ganzen Leib und die Parkbesucher schauen aus als ob sie mit ihrer Kleidung in den Pool gefallen wären. Parkbesucher spritzen mit riesigen fest installierten Wasserkanonen (mit hohem Druck) auf die Gäste die sich in diesen Fahrgeschäften befinden. Diese sind wiederum so gesteuert, dass hundertprozentig keiner trocken bleibt! Zum Glück herrschen hier tropische Bedingungen vor, und nach ca. 1 Stunden sind auch wir wieder mehr oder weniger trocken.

IMG_3439Die Stadt wirkt absolut sauber und aufgeräumt. Alles wird hübsch gemacht und auf die „Golden Week“ vorbereitet. Vom 1. bis zum 7. Oktober haben 1,3 Milliarden Chinesen Urlaub und bewegen sich auf die üblichen Tourismus Highlights zu. In dieser Zeit ist es für einen Europäer nicht zu empfehlen hier Ferien zu verbringen. Am Abend laufen im Fernsehen TV Spots die darauf hinweisen wie man sich in der Öffentlichkeit zu Benehmen hat. Unter anderem wird auch darauf hingewiesen, dass Hunde eigentlich nicht zum Verzehr gedacht sind. Dies mag auch der Grund sein, warum wir so viele Menschen mit ihren Hunden (teilweise in lila, gelb, grün und orange eingefärbt) spazieren gehen. Einige wenige dieser Hundebabies werden am Abend auf der Strasse in Körbchen zum Verkauf angeboten.

Am Abend wurden wir höflich darauf hingewiesen, dass die für den nächsten Tag anberaumte Probe für die Bühnenshows abgesagt wurde, und wir uns in unserer Auftrittskleidung für eine weitere Wettbewerbsprobe im Theater einzufinden haben. Dieser geplante Wettbewerb findet an zwei Abenden statt wo jeweils zwei Gruppen an einer Vorentscheidung teilnehmen. Auf diese Weise werden drei zusätzliche Galas für die Zuschauer generiert.

Am Abend verteilten sich die Zauberkollegen auf diverse Restaurants. Ab 6:00 ist es hier schon richtig dunkel. Der Park und die ganze Stadt erstrahlen mit Millionen von bunten Lichtern in voller Pracht und erinnern an Las Vegas. Das schwüle Wetter und Temperaturen von weit über 35 Grad (auch am Abend) machen uns allen ein wenig zu schaffen. Nach dem Abendessen und einigen Abschluss Drinks sowie viel close Up Zauberei mit den Ukrainischen Zauberfreunden geht es dann nach dem checken der Emails ins Bett.

Hier gehts zu den anderen Berichten der Reise:  LINK drücken



Kategorien:China - Peter Report, Info:

Schlagwörter:

%d Bloggern gefällt das: