Alkohol – kritische Gedanken zum Tod Robin Williams

FlaschenRobin Williams ist Tod.  Einer der genialsten Komiker, der so viele Menschen zum Lachen gebracht hat und Lebensmut vermittelt hat war in seiner letzten Stunde alleine und einsam. Unvorstellbar sich das Leben zu nehmen. Tiefe Verzweiflung, Einsamkeit und Mutlosigkeit müssen die Vorboten gewesen sein.

Noch vor ein paar Tagen las ich von seinem Rückfall in der Regenbogenpresse. Robin Williams war krank. Er war Alkoholiker.

Mehrfach hatte er versucht von seiner Sucht loszukommen. Alkoholismus ist eine der stärksten Suchtkrankheiten. Nur wenige schaffen den Absprung und den Entzug langfristig.  Depression kommt in dieser Krankheit meist noch dazu. Die Menschen verdrängen und überspielen ihre Krankheit.

Der Tod eines prominenten Künstlers rüttelt einen wieder auf. Anstatt ihn zu bedauern sollten wir uns einmal kritisch fragen, wie wir selbst mit dem Problem Alkoholismus umgehen.
Alkohol ist in unserer Gesellschaft salonfähig.  Wer keinen Alkohol trinkt, wer nicht ein Glaserl mittrinkt, macht sich verdächtig ein Sonderling zu sein.
Man muss nur einmal selbst beobachten. Die Umwelt akzeptiert sehr schlecht, wenn man bewusst nichts trinkt. Nicht weil man mit dem Auto da ist, sondern ganz einfach weil man es nicht möchte. Hier setzt in vielen Fällen die Nötigung ein. Es braucht auch als Nichtalkoholiker einen starken Willen und Selbstbewusstsein, seinen Standpunkt zu vertreten.

Gerade in der Zauberszene gibt es auch in der Geschichte begnadete Zauberkünstler, die sich mit Alkohol fertig gemacht haben. Es ist eine Reihe berühmter Namen.
Künstler sind oft sehr einsam auf der Bühne, müssen sich ständig neu beweisen und vor Publikum bestätigen, sind in Umgebungen wo Alkohol in Mengen fließt, leben oft fern der Heimat in trostlosen Hotelzimmern. Das fordert seinen Tribut.  Wer einmal ein sehr hartes und schonungsloses Buch über die Sucht im Showbusiness lesen möchte, dem sei die Biographie von Otto Wessely ans Herz gelegt. Schonungslos erzählt er eine Geschichte die einem eine Gänsehaut über den Rücken jagt.  Hier ein detaillierterer Artikel in diesem Blog:  LINK

Jüngstes Beispiel ist der Künstler Simon Lovell, dessen Alkoholsucht schon lange bekannt war. Aber wie reagieren wir darauf? Kosmo, der Herausgeber einer DVD Zeitung hat sich nicht erdreistet, ihn seine Beiträge an einer Bar sitzend mit einem Bier in der Hand monatlich zu moderieren.
Oder ich erinnere mich an die  Jury eines österreichischen Kongresses, die einem Künstler als Sonderpreis Alkohol überreichte und genau wussten, dass dieser damit ein Problem hat. Das ganze noch mit einem süffisanten Lächeln, nur um eines billigen Lachers wegen. Es ekelt mich noch heute wenn ich daran denke.

Diese Beispiele ließen sich fortsetzen. Wir sehen uns oft gerne in der Rolle der Verurteilenden die sich das Maul zerreißen, aber zu wenig Mumm haben, diesen Menschen ganz einfach zu helfen oder einschreiten, wenn manche hier sich auf Kosten dieser Menschen Lustig machen.

Vielleicht würde Robin Williams heute noch leben, wenn er einen Freund gehabt hätte der ihm in solch dunkeln Momenten bei der Hand genommen hätte und ihm geholfen hätte.

Ich wollte nicht moralisieren, aber wenn wir uns vornehmen in unserer Umgebung einmal nach solchen Menschen Ausschau zu halten und dann versuchen für sie da zu sein, hätten wir etwas wirklich Wichtiges getan.

 

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2 replies

  1. Es ekelt auch mich noch heute, diese „Preisverleihung“. Ich empfand es als eine Demütigung sondersgl3eichen. Die zwei Magnum Champus habe ich gar nicht erst nach Hause genommen, sonderndem Barpersonal geschenkt.
    Juryleiter Baldrian hat es sich für immer bei mir verscherzt und braucht mir nicht mehr unter die Augen zu treten.
    Ja, Hanno, das ist schon richtig im Artikel – man sollte die Augen öffnen und das Hirn einschlten. Und solche „Juryleiter“ gehören abgeschafft. Solche Menschen haben in der Zauberei nichts zu suchen.
    Alexander

  2. Schon wieder hast du voll ins Schwarze getroffen. Hanno, hat Recht! Auch ich kenne viele solcher Beispiele, vor allem auch in unserer Zauberkunst. Damals wie Heute! Also gebt eurem Herzen einen Stoss und eure Hand den jenen der sie gerade braucht.
    Keiner muss sich umbringen, um auf sich und seinem Problem Aufmerksam zu machen. Erst wenn man jemanden dadurch verliert wird es einem, oft zu spät, bewusst.
    Danke, lieber Hanno, für diese Schilderung…
    Weiter so…

    Beste Grüße an Alle Jens-Uwe

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