Restauration von Zauberrequisiten – Paul Lembo

Zauberrequisiten haben oft ein trauriges Schicksal. Zu Lebzeiten des Zauberers, werden sie gehegt und gepflegt. Nach dem Tod der Besitzer landen solche „unnützen“ Dinge gerne am Dachboden, in einem feuchten Keller oder auf dem Müll. Dass damit große Werte für immer verloren gehen, wissen die die Angehörigen meist nicht, sind sie doch meist über den wahren Wert der Requisiten im Unklaren gelassen worden.

Wenn dann in späteren Zeiten ein Fachmann zufällig an solche Dinge kommt, sind sie oft in einem fürchterlichen Zustand. Auf den ersten Blick reif für eine Entsorgung. Hier setzt das Seminar von Paul Lembo an, der ein Spezialist darin ist, solche Requisiten wieder zu restaurieren.

P1040961Paul Lembo, ein Schüler von Al Flosso wurde auf Conny Island 1937 geboren und wurde durch einen Film von Houdini für die Zauberkunst begeistert. Beruflich war er Techniker bei einer Firma, die Fluggeräte herstellt. Besonders war er auch beim Projekt Mondlandung der NASA beteiligt und kannte die meisten Astronauten aus dieser Zeit persönlich.

In späteren Jahren gründete er eine eigene Firma im Bereich Konstruktion. In dieser Zeit erwachte auch seine Liebe Magie und zur Geschichte der Zauberkunst. Er entwickelte unter seinem Künstlernahmen „The amazing Lembo“  einen Act: „Evening of Victorian Magic“ und trat dabei vor allem im Charitybereich auf.

Lembo spezialisierte sich nach seiner Pensionierung vor allem auf die Restaurierung alter Zauberrequisiten. Besonders intensiv arbeitete er mit Dr. Albo zusammen, einem großen Sammler, und baute einige Requisiten für das beim Buchprojekt Okito.

Seine Philosophy der Restauration fand ich besonders interessant:

Wenn von einem Requisit weder der Erfinder noch der Produzent bekannt ist, sollte man das Stück so lassen wie es ist.
Wenn man den Produzent kennt dann sollte man versuchen es wieder in Funktion zu bringen, aber ohne die äußere Form zu restaurieren.
Wenn man die komplette Historie des Requisit kennt, soll man es komplett restaurieren.

P1040959Wie vielseitig man dabei sein muss zeigte er in beeindruckenden Bilder. Seine relativ kleine Werkstatt reicht ihm für seine Zwecke völlig aus. Er kann damit praktisch alles machen. Seine berufliche Vergangenheit kommt ihm dabei sehr entgegen.

Seine Bilder (Zustand als er das Requisit erhält und dann in restauriertem Zustand  zeigt beeindruckend was alles möglich ist. Dabei muss man entsprechend Zeit mitbringen, fehlende Teile zu produzieren, Farben abtragen um an die ursprüngliche Bemalung zu kommen oder aus alten Bildern entsprechende Vorlagen zu erhalten. Das Kapital dabei ist ein riesiges Arsenal an Teilen, die Lembo im Laufe der Zeit zusammengetragen hat. Auf den ersten Blick oft nutzlos, aber es kommt die Zeit, wenn gerade dieser Teil eine neue Verwendung findet.

Auf dieser Seite findet man ein paar Beispiele für seine Restaurierung. Da die Fotos von der Präsentation abfotografiert wurden, ist die Qualität schlecht. Sie gibt aber einen Eindruck was alles möglich ist.

Für diese Arbeit muss man sehr viel technisches Können mitbringen, aber vor allem die Spürnase eines Detektivs haben und ein nicht enden wollendes Streben nach Perfektion. Denn die Gefahr ist groß, dass durch Kompromisse des „einfachen Wegs“ solche Requisiten dann für immer zerstört werden und keinen historischen Wert mehr haben. Da diese Arbeit kaum jemals entsprechend bezahlt werden kann, geht es ohne persönliche Begeisterung nicht.

Link:  http://theamazinglembo.com



Kategorien:Cincinatti Collectors Meeting Juni 2014, Info:

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