Österreichischer Zauberkongress 2014: Wettbewerb Tag 1

P1040099Das Herzstück jedes Kongresses ist der Wettbewerb. Man mag zu Wettbewerben  stehen wie man will. Es ist aber unbestreitbar, dass man hier immer interessante und tolle Nummern sehen kann, aber auch Katastrophen die den Griff zu Antidepressiva fördern können.

Juryleiter Kurt Baldrian, mit dem bürgerlichen Beruf des Pharmazeuten, kennt diese Gefahren. Er überlässt schon im Vorfeld nichts dem Zufall. Man fühlt sich bei ihm gut aufgehoben.

 

Er der den Zugang zu den kleinen grünen und roten Pillen unbeschränkt hätte, hat am heutigen Tag sicherlich niemals das Bedürfnis zu diesen zu greifen.
Es gab keine Blamagen und Katastrophen. Alle gezeigten Wettbewerbsnummern waren sehr gut und solide.
Da wäre einmal Yu Zhang Bill in der Mikromagie, der freundliche Asiate mit einem guten Humor und sehr starker Kartenmagie.

Oder die beiden Junioren  Eric Berdaguer und Raphael Macho vom Magischen Klub Wien, wo sich Magic Christian sehr erfolgreich auch in der Jugendarbeit betätigt. Sie zeigten sehr gute Nummern, wobei ich mir wünschen würde, wenn Sie – wie ein Zuschauer treffend hinter mir bemerkte – nicht die Sprüche der „Alten“ verwenden würden. Authentizität ist gerade bei Jugendlichen sehr wichtig um glaubwürdig zu sein.

Lucca Lucian, der elegante sympathische ruhige Close-up Zauberkünstler zeigte eine Geldscheinschwebe um dann in eine Matrix zu gehen. Er punktet durch seine souveräne Persönlichkeit die sympathisch ist. Er beschränkte sich auch auf wenige Kunststücke, hetzte nicht von Effekt zu Effekt, was sehr gut wirkte.

Manuel Reisinger zeigt sehr komplexe Kartenfärbungen die mich etwas verwirren, wobei technisch sehr sauber vorgeführt.

Paul Sommersguter zeigt einen Streetact, der genauso auch in Salonmagie möglich gewesen wäre. Ein modernes Becherspiel mit Dose, Hut und Glas, wo Bälle und Früchte ihre Kapriolen treiben. Viele gute Effekte kombiniert.

Dann kommt ein junger ruhiger Mann von dem ich schon Unglaubliches gehört habe:
David Pricking aus Deutschland.
Eine sehr schöne Einleitung über die folgenden Minuten, die für ihn Monate und Jahre bedeuten und dann kommt eine wunderbar magische Matrix in unterschiedlichsten Varianten mit 4 unterschiedlichen Münzen. Dabei verwandeln sich diese in Taschenuhren die dann das Ende der Nummer bedeuten. Es ist perfekt getimt durch Musik und als die Technik einen Einsatz verschläft, reagiert David lässig und ruhig. Das bringt ihm die letzten Sympathiewerte. Es hat einen tieferen Sinn was er hier präsentiert, es ist mehr als ein Zaubertrick, es ist einfach schön und gibt Sinn.
Was für eine Nummer, das sind Highlights wo man nicht mehr über Techniken nachdenkt, sondern einfach staunen darf. Danke David für dieses Erlebnis!

Und es geht mit einem weiteren Höhepunkt weiter: Wolfgang Moser präsentiert seinen wundervollen Teekessel von dem ich in der letzten Magischen Welt und auch hier (HIER) berichtet habe. Und ich bin fies und diesmal schau ich genau. Aber die Routine ist wundervoll komponiert. Der Höhepunkt der Routine ist noch einmal überarbeitet worden und ist nun perfekt.
Meine letzten Zweifel wurden auch widerlegt als auch die erscheinenden Getränke sich von anderen Vorführungen unterschied. Großartig!

Wie soll man da Entscheidungen treffen? Denn nun kommt eine weitere Nummer von der ich zunächst nichts Spektakuläres erwarte. Andreas Krall. Ein Märchenerzähler und Gaukler, der sich dem Thema Magisches Quadrat und dem Puzzle des Lebens  annimmt. Ein spannender Vortrag mit vielen kleinen Raffinessen.
Er punktet bei mir in erster Linie auch dadurch, dass er aktuelle Dinge der letzten Stunden und Minuten scheinbar mühelos in seinen Vortrag einbaut. Man hat das Gefühl, dass er das niemals verändert hat. Das ist ein großartiger Vortrag und eine gute Bühnenfigur.
Damit endet der Mikro/Karten und Salon Teil.

Es folgt noch eine Nummer der Bühnenzauberei, die am morgigen Tag (Samstag) durchgeführt wird. Ich werde dort dann im Ganzen darüber berichten.

 



Kategorien:56. Österreichischer Magierkongress, Mai 2014, Info:

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