Österreichischer Zauberkongress 2014: Die Eröffnungsgala

Vorbemerkungen:
Leider erlaubt es das nicht funktionierende Internet im Kongresshaus, sowie meine täglich weite Anreise nicht, dass ich zeitnah vom Kongress berichte.
Deshalb geht das immer nur in der Nacht nach einem ganzen Tag. Verzeiht mir bitte Fehler, aber ich bin ziemlich müde….

Die Eröffnung:
P1040070Punkt 10:00 strömen die letzten Teilnehmer von der Händlermesse geschwächt in den Saal und werden von Gaston in lasziver Bodenlage am Rande der Bühne begrüßt.
Kurze Ansage und dann lauschen wir schon gebannt der wunderbaren Harfenspielerin Ayleen. Das noch junge Mädchen bringt rasch zauberhafte Stimmung in die frühen Morgenstunden. Es folgt nach kurzer Zwischenansage Sirius mit einer weiteren romantischen Sprechnummer. Es ist nicht seine Schuld, dass etwas müde Stimmung aufkommt, aber die ca. 250 Teilnehmer der Eröffnung  haben eine kurze Nacht hinter sich und die Harfe in Kombination mit besinnlicher Geschichte zum 3-Seiltrick und einer Vorhersage über ein Liebespaar wirkt alles andere als erfrischend.  So eine Nummer kommt sicherlich sehr gut im Abendprogramm, aber hier wäre etwas Schwung nicht verkehrt gewesen.

Als dann noch Stefan Olschewski mit verklären Blick eine Einleitung zu seiner Nummer haucht, sehe ich verzweifelte Blicke im Publikum und bei manchen setzt spontane Schnappatmung ein. Natürlich nur bei solchen die die selbstironische Einleitung von Stefan nicht kennen. Sie werden kurz darauf erlöst vom erfrischenden Stil  und dem Wortwitz des Mentalisten, der zeigt das Mentalmagie auch mit Augenzwinkern erfolgreich sein kann.

P1040075Gaston entdeckt, dass die Frauenquote bei der kommenden Präsidentenpräsentation nicht stimmt und opfert sich, indem er in seiner neuen Paraderolle Jaqueline (eine resche Französin) die Ansage weiterführt.
Jaquline philosophiert in gebrochenem Deutsch über NICHTS (eine Tuchroutine) und zeigt eine Kartenwanderung mit Zuschauern. Dass diese natürlich Männer sind ist klar, gibt es doch Anlass für gewisse Wortspiele, die die Phantasie anregen.

Nun tritt scheinbar das Unvermeidliche ein. Die Politikeransprachen.

Aber man wird auch hier getäuscht. Der Landeshauptmann, der Bürgermeisterstellvertreter und unser MRA Präsident überraschen mit kurzen und kurzweiligen Ansprachen. Dass Rudi Heuer etwas müde von seinem Motivationscoaching (wer übernimmt den nächsten Kongress?) vom Vortag ist, ist verständlich. Aber was ist mit den Politkern los? Wo gestern noch lange Reden in 3 Sprachen an der Tagesordnung waren, gibt es kurz und knackige nette Begrüßungsworte. Vielleicht hat der laufende EU Wahlkampf auch hier schon seinen Tribut gezollt.
Egal wir profitieren. Danke dafür!

Aber noch müssen wir ja noch den Präsidentenaufmarsch hinter uns bringen. Aber wo früher monarchistische Stimmung aufkam, erwartet uns die kürzeste Geschenksübergabe der Geschichte Österreichischer Magier. Der Vorhang öffnet sich, jeder (fast jeder) Präsident übergibt ein Kuvert und marschiert ab. Es gibt weder Radezkymarsch noch eine tragende Nationalhymne.

Ratzfatz vorbei.

Und auch in einem anderen Punkt brechen wir mit unserer Vergangenheit: In den Kuverts befindet sich kein Schwarzgeld, nein, es sind Spenden für ein Projekt für benachteiligten Kindern. Eine tolle Initiative, denn die üblichen Teller, Pokale oder andere Staubfänger wirken dagegen klein und hässlich.  Wenige Präsidenten versuchen auch hier noch aus dem Kollektiv mit kleinen Showacts und Zusatzgeschenke auszubrechen, es sei ihnen verziehen, wir sind nun mal Rampensäue.

Dann ist auch schon der Kongress eröffnet, die Saaltüren öffnen sich und die Händlermesse wird gestürmt.

Fazit: Eine nette kurzweilige Eröffnung.

Ein Wort zur Händlermesse.
P1040073Sie ist gut bestückt und befindet sich im Untergeschoß des Kongresshauses. Alle Stände sind sehr gut. Auch die Zeiteinteilung des Kongresses erlaubt es dass man genügend Zeit auf der Messe verbringen kann.

Im übrigen muss man durch die Händlermesse gehen, wenn man aufs WC muss. Dass man die Händlermesse oft erleichtert verließ kennen wir, aber diesmal hat die Redewendung eine andere Bedeutung.

Dem kühlen Wetter kann man auch auf der Händlermesse entkommen. Ich denke dabei nicht an Pyrotechnik von Kaktus, sondern an die dort recht hohen Temperaturen.

Ich war nur flüchtig auf der Messe um mir das Buch: Schlaglichter von Christian Scherer zu holen. Zeichnet sich schon ein Kongresshit 2014 ab?
Für mich ein absoluter Geheimtipp ist der schwebende Tisch von Spider, den Kaktus an seinem Stand auf Anfrage immer wieder vorführt. Dann die Gefühlsbox von Hakan Varol. Morgen (also heute) werde ich mich genauer dort umsehen.

 



Kategorien:56. Österreichischer Magierkongress, Mai 2014, Info:

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