Musik und Zauberei

AkkordeonSeit ein paar Wochen beschäftige ich mich mit dem Thema Musik und Zauberei.
Ich habe als Kind Musikinstrumente gelernt. Blockflöte, Akkordeon, Klavier und Waldhorn.
Wenn ich lernen sage, dann mit Unterricht. Mit 16 war dann das Thema Musik leider beendet. Es war uncool, unpraktisch und andere Ablenkungen wurden aktuell. Das ständige Spielen bei Festen etc. ging mir schon mächtig auf den Geist. Alle fanden es Klasse, aber am Ende des Abends saß man mit seinem Instrument da, während sich ringsum 2-er Paare getroffen hatten und sich heftig austauschten. Das war das Ende…..

Ernsthaft waren meine Kenntnisse allerdings nur am Akkordeon. 4 Jahre wöchentlicher Unterricht mit entsprechenden Übungen dazwischen.
Und dann, nach 16 Jahren Schluss. Schade eigentlich. Wenn man so viel Energie in eine Sache steckt, dann ist es traurig, wenn man dann viele Jahre später eben nichts mehr kann. Jedes Meistern eines Instruments kostet sehr viel Arbeit, Energie und Ausdauer.

Das ist aber nicht nur bei einem Musikinstrument so, sondern auch in der Zauberei. Nur hier kann man sich aber besser herum mogeln. Die Kunststücke die man käuflich erwirbt suggerieren, dass wenig bis gar keine Übung vorhanden sein muss um damit vor Zuschauer zu treten. Dementsprechend schaut dann auch das Resultat aus.

Da vielen Zuschauern aber der Vergleich zu einem wirklichen Könner fehlt und sie sich trotz schlechter Vorführung den Effekt nicht vorstellen können, hat man ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit, das viele in ihrer Bescheidenheit für Begeisterung halten.

Zauberkunst fordert auch Übung von uns. Hier trennt sich der Spreu vom Weizen. Perfektion braucht Zeit und viel Anstrengung. Wir sehen es an Zauberkünstlern, die sich eine ungeheure Fertigkeit angeeignet haben und selbst Kollegen damit täuschen.  Gerne erinnere ich mich in diesem Zusammenhang an Armando Lucero, der in Den Haag selbst versierte Münzzauberer maßlos mit Fingerfertigkeit erstaunt hat. Jahrelanges Training für 2-3 Techniken haben das zustande gebracht. Wenn wir echte Meisterschaft erlangen wollen, geht kein Weg an hartem Training vorbei, denn eine Zaubervorstellung ist vielfältiger wie ein Musikstück reproduzieren. Ein Zauberkünstler komponiert ein Programm, erlernt die dafür notwendigen Techniken, schreibt ein Skript, führt Regie.

Und doch wird im Schnitt weit weniger geübt wie in der Musik, wenn man ein Instrument erlernen möchte. Seltsam.
Vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken.

Ach ja, warum ich darüber philosophiere? Weil ich mir heute 40 Jahre nachdem ich mit Akkordeon aufgehört habe, ein Leih/Kaufinstrument besorgt habe, und ab Morgen wieder versuchen werde, mein verschüttetes Wissen durch Üben wieder zu entdecken.
Das wird ein ziemlich harter Weg. Aber es ist wie bei der Zauberei. Üben ist für mich auch dort nicht ein notwendiges Übel. Es macht einfach Spass, vor allem wenn danach ein Ergebnis sichtbar wird.

Spötter, die mich geistig schon im Duett mit Alexander de Cova auf Kongresse wähnen, muss ich enttäuschen. Es sind bisher keine gemeinsamen Auftritte geplant.  ;-).



Kategorien:Meinung

3 replies

  1. Ein großartiger Artikel, der sehr deutlich vor Augen führt, wie wenig Zeit manche „Zauberkünstler“ aufwenden, ehe sie diese „Kunststücke“ ihrem Publikum vorführen. – Man möge sich vorstellen, jemand kauft sich z.B. eine Trompete und gibt damit zwei Tage später ein Konzert. – Kein Wunder, dass viele Menschen Zauberei als Dilettantismus erleben.

  2. Ich hab´s befürchtet….. 😉

  3. HANNO: Das finde ich einfach nur KLASSE !!!!!!!!! Und der Paul Sommersguter freut sich auch schon… 😉
    Alex

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