Eine Handvoll „Fertige Finger“ – Hamburger Zaubernächte 2013

IMG_0842Zum dritten Mal gehen heuer die Hamburger Zaubernächte über die Bühne. Die Idee, an drei verschiedenen Abenden Zauberkünstler und ihr abendfüllendes Programm zu zeigen, ist erfolgreich.

Als Zauberkünstler sind wir meist gewohnt, dass wir auf Kongressen Fragmente aus den Shows sehen. 12 Minuten Nummern.
Wie kann sich ein Künstler hier entfalten, wie kann er künstlerisch einen Abend gestalten?

Dies war wohl die Motivation von Wittus Witt diese jährliche Veranstaltung zu konzipieren. Nach dem Kellertheater finden nun die Zaubernächte 2013 im Museum für Gewerbe und Kunst statt. Der schöne Spiegelsaal ist ein würdiger Veranstaltungsort mit viel Atmosphäre.

Die Fertigen Finger sind in Zauberkreisen wohl bekannt. Ihre Kreativität und ausgefallenen Präsentationen begeistern Zauberkünstler. Man ist dankbar für neue frische Präsentationen.
Funktioniert das auch vor Laienpublikum?
10 eigenständige Künstler für so ein Projekt geschlossen zu bekommen ist schon ein kleines Wunder. So war es möglich für diese Veranstaltung 5 Finger zu engagieren. Helge Thun, der in Hamburg urlaubt, schaute als Zuschauer zu. Ich dachte zuletzt an einen Gag, aber es war Realität.

Nach der Hofzinser Ring Verleihung (Bericht später) gibt es eine kurze Umbauphase, dann begrüßt Thomas Fraps die Zuschauer. Er wird immer wieder unterbrochen von Mitgliedern der Fertigen Finger, die scheinbar planlos in den Saal kommen um sich zu erkundigen, dass es los geht. Es wird ein Running Gag, der die Truppe gleichzeitig vorstellt.

Jörg Alexander zelebriert Kartenkunst von mit denen Hofzinser seine Freude gehabt hätte. Sauber, unerklärlich und für die Bühne geeignet. Sprachlich elegant wie man es von ihm gewohnt ist. Ein perfekter Beginn für dieses Ambiente.
In der zweiten Hälfte sehen wir von ihm 3 Brotkrumen in der Tasse von René Lavand. Meisterhaft präsentiert. Man merkt, dass er als Übersetzer den Meister längere Zeit gemeistert hat. Es war kein billiger Abklatsch, sondern wunderbar.

Thomas Fraps führt mit viel Wortwitz durch das Programm, verzichtet dabei auf plumpe Scherze, zeigt sich als Pianist  als Begleiter von Pit Hartling, der mit seinen sich mit seinem Kartenspiel, das sich ordnet, je nach Stimmung färbt, sich in rot und schwarz teilt. Die Künste von Pit hier näher zu erläutern ist in diesem Blog wohl überflüssig. Nicht zu unrecht gehört er international zu den besten Kartenkünstler. Besonders aber seine Interpretationen und Präsentationen die neue Wege gehen und das Publikum bestens unterhalten.

Stephan Kirschbaum zeigt seine Seidentuchillusion in der Börse und eine schöne Variante von Deans Box. Kreativ sein Ende, das einen Höhepunkt darstellt und auch im Finale eine Runnig Gag bietet.
Jörg Willich zeigt dann nach der Pause seinen Seiltrick, der kein Ende mehr nimmt und gefühlte 100 Meter  verlängertes Seil produziert. Eine tolle Produktion, sehr lustig, leider technisch nicht überzeugend. Mit einer Korrektur der Handhaltung wäre es nicht notwendig, dass die Zuschauer das Geheimnis sehen und aus einer Täuschung eine Erklärung wird.

Dies macht Jörg aber wieder wett mit einem Kartentrick „mit allen seinen Sinnen“. Sehr unterhaltsam dargeboten, wie er seine Sinne einsetzt um Karten zu finden. Am Schluss kann das dann auch der Zuschauer.
Die Kartentricks werden übrigens auch sehr gut durch eine einfach Videoprojektion unterstützt, man sieht auch von hinten sehr gut, obwohl der längliche Saal für Zuschauer auf den hinteren Plätzen eine Herausforderung ist.

Als Höhepunkt zeigen die Finger dann gemeinsam den Effekt Zuschaueruhr in Erdnussdose. Sehr schöne Präsentation, täuschend lustig und abwechslungsreich. Der einzige Nachteil: Es war meine Uhr. Dafür stand ich mit den Fertigen Fingern gemeinsam auf der Bühne. Mit Fotoshop müsste es doch möglich sein damit ein entsprechendes Promofoto zu faken..  😉

Spass bei Seite. Die Technik bei dem Kunststück war so gut, dass mich zwei sehr erfolgreiche Profis nach der Vorstellung beschuldigten, eingeweiht gewesen zu sein, denn sie hatten keinen Austausch bemerkt. So kann man sich täuschen, es war alles echt und ganz ehrlich: Ich war selbst getäuscht.

Eins schöner Abend war zu Ende. Das Publikum begeistert und man hatte Lust auf mehr.
Das kann man auch haben. Denn die Finger (diesmal die volle Besetzung) sind auf Deutschlandtour:
Hier findet man die entsprechenden Termine

16.Oktober | 20Uhr | Oberhausen Ebertbad
„Frag Niemals Wie!“
Tickets…

18.Oktober | 20Uhr | Hamburg
Fliegende Bauten
„Frag Niemals Wie!“
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19.Oktober | 20Uhr | Würzburg
CinemaXX
„Frag Niemals Wie!“
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20.Oktober | 16:00Uhr | Pforzheim
Kulturhaus Osterfeld
„Frag Niemals Wie!“
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22.Oktober | 20Uhr | München Prinzregententheater
„Frag Niemals Wie!“
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23.Oktober | 20Uhr | Fürth
Stadttheater
„Frag Niemals Wie!“
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24.&25.Oktober | 20Uhr | Stuttgart
Theaterhaus
„Frag Niemals Wie!“
Tickets…

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