Im Brennpunkt: Zauberei mit Tieren

Gali-GaliImmer werde ich von Zuschauern gefragt, was ich von Tierzauberei halte.
Auf der einen Seite ist es faszinierend wenn Tiere scheinbar aus dem Nichts erscheinen, auf der anderen Seite weiss ich als Kenner der Materie, dass diese „scheinbare Leichtigkeit“ für die Tiere – im besten Fall großen Stress bedeuten.

Ist es gerechtfertigt, nur des Spasses willen Tiere in enge Kisten zu sperren, in Verstecke zwängen wo sie dann unsanft ans Tageslicht befördert werden? Ich habe leider sehr oft schlimme Dinge sehen müssen und lehne daher für mich Zauberei mit Tieren grundweg ab.
Es gibt so viele unglaublich faszinierende Möglichkeiten Zuschauer mit unserer Kunst zu überzeugen, dass wir darauf getrost verzichten können.

Um gerecht zu bleiben, muss ich allerdings auch sagen, dass ich Zauberkünstler kenne, die sehr viel Liebe und Energie in die Haltung der Tiere aufwenden und sehr sorgfältig damit umgehen. Wie im Leben überall gibt es eben nicht nur Schwarz und Weiss. Der Stress für die Tiere bleibt aber auch bei der besten Pflege.

Trotzdem konnte man in den vergangenen Jahren immer mehr beobachten, dass selbst Zauberkünstler auf Ihren Kongressen, Tiernummern gegenüber sehr kritisch eingestellt sind und manch eine Nummer im ging im Pfeiffkonzert unter.

Ob es in Zeiten der Massentierhaltung unter grausamen Verhältnissen Sinn macht, gegen eine Minderheit von Tierzauberern dieses Thema zur Sprache zu bringen mag absurd erscheinen.

Wir, die wir vor vielen Menschen auftreten, haben aber eine besondere Verantwortung.
Deshalb lehne ich Tierzauberei ab!

Man muss bei sich selbst beginnen!

Anbei ein Clip des legendären Ägyptischen Zauberkünstler Gali Gali, dessen bekanntestes Kunststück es war, das Becherspiel mit lebenden Kücken vorzuführen. Vielleicht sagen Sie, dass dies nur früher möglich war. Allerdings führt der Amerikanische Zauberkünstler Johnny Ace Palmer, den Effekt auch aktuell selbst in nationalen Talkshows im US Fernsehen vor.
Wer diesen Effekt noch nie gesehen hat und ihn süß findet, gebe ich zu bedenken, dass es dabei notwendig ist, ständig kleine Kücken zu verwenden. Gebrochene Füße sind dabei an der Tagesordnung. Nach spätestens einer Wochen (wenn das Kücken überlebt) wird es entsorgt und gegen neue getauscht, die die richtige Größe haben. Wie genau die Kücken entsorgt werden überlasse ich ihrer Phantasie.

http://www.youtube.com/watch?v=eYMBWbNZAEM



Kategorien:Insider, Meinung

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1 reply

  1. TIERQUÄLEREI …bin auch dagegen. Nicht mehr zeitgemäß. Es gibt genügend andere Möglichkeiten, Leute ordentlich zu unterhalten. Und auch viel einfacher.

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