Gregory Wilson – USA

gregory-wilsonGregory Wilson der Top Close-up Entertainer aus den USA auf Stippvisite bei Krist & Münch im Close-up Theater in München
Nach einem Seminar am Vortag, war die Galashow um 20:00 festgesetzt.

Als Kenner des Seminars, war ich neugierig, wie Gregory das verwöhnte Publikum im Krist & Münch unterhaltet.

Das Haus ist zweimal komplett ausverkauft. Ein gr0ßer Erfolg, ist die Show doch komplett auf Englisch.

Gregory Wilson beginnt sehr stark. Sein Programm steht unter dem Titel Betrug, Glücksspiel, Taschendiebstahl.
Das Programm ist  unterhaltsam, Zuschauer werden ins Geschehen einbezogen. Obwohl Gregory Wilson nicht gerade vom Glück mit seinen Assistenten verfolgt wird, nutzt er jede Situationskomik aus um das Maximum an Unterhaltung herauszuholen. Er hat Spass mit seinen Zuschauern und sie mit ihm. Keine Profilierung auf Kosten seiner Assistenten.
Dabei bleibt er stets natürlich sympathisch, ohne eine sichtbare Rolle zu spielen. Er ist authentisch.

Das macht auch den Erfolg des Künstlers aus. Für Insider zeigt er sehr interessante und kreative Routinen zu Klassikern. Fingerbrecher vermischt mit Selbstgänger, es wird  zu einem Ganzen verschmolzen. Das Publikum ist begeistert.

Nach der Pause merkt man Gregory Wilson an, dass er nicht gewohnt ist, abendfüllend zu zaubern. Er unterhält das Publikum nach wie vor mit guten Kartenroutinen, aber die Spannung ist weg, das Programm plätschert ein wenig dahin.

Das Close-up Theater von Krist & Münch stellt ganz besondere Ansprüche an die Künstler. Das ist Theater mit einer ungeheueren Fokusierung auf den Vorführenden. Das unterschätzen wohl auch einige sehr gute Close-up Künstler die das in einer anderen Atmosphäre gut meistern können, hier aber an Grenzen stoßen.
Unter diesem Gesichtspunkt muss man das Programm der Hausherren Alexander und Christian sehen, die die Gesetzte und Regeln ihres Theaters genau kennen und ihr Programm dafür geschaffen haben. Der ungebremste Erfolg der Zuschauer gibt Ihnen Recht.

Gregory Wilson hat durch seine Professionalität und Präsenz diese Hürde gemeistert. Zumindest in der ersten Hälfte.

Zum Abschluss zeigt er dann sein Kümmelblättchen, das er zu einem grandiosen Höhepunkt macht und ein begeistertes Publikum zurücklässt.



Kategorien:Insider, Review

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1 reply

  1. Wir hatten die Ehre, die Freude und das Privileg, die Abendshow am Folgetag mitzuerleben. Hannos Bericht klingt recht plausibel, aber Alexander Krist verriet mir, daß am dramaturgischen Aufbau des Abends inzwischen noch gefeilt wurde, und das hat sich offensichtlich wirklich gelohnt: Da „plätscherte“ nichts mehr, sondern es war einfach alles Weltklasse! Beim Kümmelblättchen gelang es Gregory Wilson, eine Zuschauerin so zu reizen, daß sie tatsächlich 5x Geld setzte. Knüller!
    Immer wieder spottete Gregory Wilson über die „Germans“ und ihre trockene, steife Übergenauigkeit und entdeckte im Publikum zum großen Gaudium aller natürlich reichlich passende Opfer als Beleg für dieses „Vorurteil“. Witzig war es natürlich auch immer dann, wenn jemand schlechter englisch verstand als erwartet: „Pull the inside out“, bat er die Zuschauerin beim Eierbeutel, und sie legte brav das Ei in den Beutel hinein. Brüller!
    Sehr kommerziell fand ich auch Gregory Wilsons Zauberwürfel-Routine. (Wenn er sie weiterhin nicht vermarktet, dann bau ich sie mir bald selber.) Und ganz bezeichnend für seinen Humor bzw. seine zuschauernahe Präsentation war die Art, wie er (nach mehrfachem 4-As-Finden) als Meister-Kartenschleuderer ein geliehenes Kartenspiel zurückerstattete: ein Karte nach der anderen zielgenau in die dritte Reihe. Killer!

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