Martin Kosch – Kabarett trifft Zauberei

kosch c Andreas Macher

Das neue Programm von Martin Kosch, „Urlaub, Freibier & Privatkonkurs“ begeistert das Publikum.
Ich war am 2. Februar 2013 im Grazer Theatercafe, einer Institution in Sachen guter Kabarettprogramme. Martin Kosch ist in der Zauberszene kein Unbekannter. Begeisterte er doch bei den Österreichischen Meisterschaften das Publikum mit seiner köstlichen Parodie auf die Magische Szene, die all zu oft klischeeverhaftet und altmodisch beim modernen Publikum ankommt.
Für diese Nummer wurde er preisgekrönt, was für die Selbstkritik der Kollegen spricht.
So war es höchste Zeit sich einmal den Martin Kosch in seinem Stammmetier anzuschauen: dem Kabarett.
Das Theatercafe mit seiner tollen Atmosphäre ist bis auf den letzten Platz komplett ausverkauft. Und das schon seit 4 Tagen. Martin Kosch ist ein Lokalhero in der Steiermark. Nicht zuletzt durch seine Rundfunkpräsenz kennt ihn hier fast jeder.
Das Programm unter Regie von Eik Breit, erzählt das kaputte Leben des Willi Blatter, der in seinem wohlverdienten Urlaub mit seinem Privatkonkurs und dem Scheitern seiner Ehe konfrontiert wird. Und das in der Urlaubsidylle zwischen Liegestuhl reservierenden Piefke und proletenhaften österreichischen Urlauber. Jeder bekommt sein Fett weg.
Doch dank einem Achterl Bachblüten, ist das Leben meisterbar.Aktuelle Seitenhiebe auf die aktuelle Politik und die köstliche Begabung von Martin Kosch in verschiedenste Rollen gekonnt zu schlüpfen, machen dieses Programm wirklich sehenswert.
Wer schon länger keine Tränen mehr in den Augen hatte, sollte sich dieses Programm anschauen. Es werden aber keine Tränen der Trauer sein, sondern Tränen vor lauter Lachen.

Für uns Zauberer ist das Programm doppelt interessant. Zum einen verwendet Martin Kosch immer wieder Kunststücke um seine Geschichten zu illustrieren, zum anderen wird man für sich mit der Frage konfrontiert, wie wichtig der Part ist, den die Täuschung in diesem Programm spielt.


Der tragende Moment in diesem Programm ist eindeutig die Comedy des Martin Kosch, die sehr gut präsentierte Zauberei ist ein Mittel, zum Lachen noch ein Staunen zu kombinieren. Sie drängt sich aber nicht auf, sondern fügt sich harmonisch ins Programm ein.
Martin Kosch ist ein toller Schauspieler, der naturgemäß die Rolle des Zauberers genial spielt.
Einmal als Zauberei nebenher (Weinflaschenverschwinden, Geldverwandlung in Kreditkarte, den immer wieder gefüllten Flachmann, unmögliche Armdrehungen), aber dann auch Zauberei als Hauptact: das Kubusspiel in vielen sprachlichen Varianten das das Publikum völlig begeistert.
Das Kubusspiel ist ein faszinierendes Zauberkunststück aus der Zeit Ottokar Fischers. Selten habe ich in den letzten Jahren eine gute Präsentation dieses schwierig zu präsentierenden Klassikers gesehen, nie jedoch eine bessere und zeitgemäßere wie an diesem Abend.
So bietet dieser Abend ein unterhaltsames, manchmal auch nachdenkliches Programm (der blaue Schneemann), das aber auch für Freunde der Zauberkunst etwas zu bieten hat.
Mein Tipp: Selber hingehen und anschauen.
Hier noch ein paar Spieltermine:

Termine und Tickets



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1 reply

  1. Tolles Programm wie man es von Kosch gewohnt ist. Sehr gute Besprechung.

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