Magic Speeddating – FISM 2012

Speed Dating

Von der Begegnung der schnellen Art

In Zeiten der wachsenden Zahl von Zauberkongressen ist jeder Kongressveranstalter auf der Suche nach neuen innovativen Programmpunkten.

Beim Weltkongress 2012 in Blackpool gab es eine Premiere der besonderen Art:
Speeddating stand auf dem Programm.

Zugegebenermaßen verwöhnte das Team des Veranstalters die Besucher des FISM Kongress  in Blackpool nicht besonders. Mittelmäßige Galas, chaotische soziale Events, peinliche Aussagen des verantwortlichen Kongressleiters, ließen nichts Gutes erwarten.

Und nun noch Speeddating. Wozu in aller Welt sollte man nun auch noch in England eine neue Liebe suchen?Der Programmpunkt war mit 275 Zuschauern limitiert. Bei über 2.000 Kongressteilnehmern ließ dies ein weiterer Chaosevent erwarten.

Trotzdem war ich als ewiger Optimist pünktlich im „Spanischen Saal“ des Wintergartenkomplex in Blackpool, einem in die Jahre gekommenen und derzeit in Renovierung stehender Saal. Meine Frau hatte ich beschwichtigt, dass Speeddating wohl etwas anders sei wie der Name sagt. Pikanterweise war es auch noch unser Hochzeitstag.

Von weiblichen Datingpartnern war dann auch weit und breit nichts zu sehen. Nachdem sich die erste Enttäuschung gelegt hat, erfährt man das Konzept der Veranstaltung.

Jeweils 10 Close-up Stars des Weltkongresses kommen an 10 Tische und stehen den jeweils ca. 25 Kongressbesuchern Rede und Antwort.  Jeder sieht also jeden Künstler. Ob es nun persönliche Fragen oder der Wunsch nach einer Kunststückvorführung bzw. eine Demo eines speziellen Griffes, alle Fragen waren erlaubt.

Überraschung Nr. 2: Die Veranstaltung war schlecht besucht, offensichtlich hatte die Angst vor großem Gedränge dazu geführt, dass wenige Besucher gekommen waren.

Da haben aber viele etwas versäumt….
Wie sich herausstellte, war dies eine der besten Veranstaltungen des FISM Kongresses.

Wann hat man schon einmal die Gelegenheit Close-up Stars wirklich einmal unmittelbar am Tisch Kunststücke vorführen zu sehen, Effekte zu wünschen, die man aus DVD´s kennt, aber einmal wirklich neugierig ist, wie sie denn ungeschnitten und live ausschauen?

Wir kennen es doch alle, die Close-up Vorführungen in großen Sälen mit Videoübertragung zerstören den Charme der Mikromagie. Das war hier anders.

Direkt unter unseren Augen sahen wir unglaubliche Wunder oder erfuhren merkwürdige Dinge.

Josua Jay verblüffte mit tollen Effekten, Mike Ammar zeigte Feinheiten des Billswitch, Boris Wild verriet, was er im realen Leben als Close-upper bei Firmenevents vorführt, David Stone blödelte herum oder Gregory Wilson zeigte Feinheiten seines Taschentopits. Es war ein buntes Feuerwerk der Close-up Zauberkunst.

Die 100 Minuten waren wie im Flug vorbei, der Wunsch nach mehr stand im Raum.

Fazit des Speeddating:

Tolle Veranstaltung der besonderen Art. Interaktiv, spannend und wirklich neu und innovativ. Ich bin sicher, dass man Programmpunkte dieser Art in Zukunft häufiger auf Kongressen finden wird.

Man braucht dazu allerdings eine ganze Menge guter Künstler und Persönlichkeiten, die etwas zu sagen haben.

Ich bin neugierig zu sehen, was man daraus alles machen kann.

Es ist schön, einmal aus dem bewährten und bereits vorhersehbaren Altagsbrei der Kongresse auszubrechen und neue Pfade zu beschreiten.

Hanno Rhomberg 2012



Kategorien:Insider, Review

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